Chronik
25 jähriges Bestehen

Wir möchten Ihnen, Euch und liebe Kameraden, mit dieser Chronik einen kleinen Überblick über die Entwicklungsgeschichte unserer Jugendfeuerwehr geben. Mit fünfundzwanzig Jahren gehört sie sicherlich nicht zu den ältesten Jugendfeuerwehren im Land. Aber das soll nicht heißen, dass man in fünfundzwanzig Jahren nicht auch eine ganze Menge leisten und bewegen kann. Uns ist dieses langwierige Planen und Abwegen, bevor es zur Gründung einer solchen, für die Betreuer sehr zeitaufwendigen und anstrengenden Institution kommt, bekannt.

Unserer Gründung am 06.01.1979 gingen ebenfalls sehr viele Monate Vorbereitungsarbeiten voraus, bis unser damaliger Wehrführer Gerhard Radtke und der erste Jugendfeuerwehrwart Erwin Holst, 26 Jungen in Ihren Reihen begrüßen konnten. Es waren nur Jungen, da Mädchen damals noch nicht aufgenommen wurden, beziehungsweise von dieser Seite noch kein direktes Interesse vorhanden war. Heute ist dieses anders, die ausgewogene Mischung beider Geschlechter zeigt dies. 

Gemeinsam mit dem Bürgermeister Günther Kroll hatte sich die Wehrführung die Gründung einer eigenen Jugendfeuerwehr in Wenningstedt zum Ziel gesetzt. Daher wundert es nicht, dass die Gemeinde diese gute Sache seit jeher tatkräftig unterstützt. Unter Erwin Holst und seinen Helfern ist die Jugendfeuerwehr zu einem wichtigen Spross in der örtlichen Jugendbetreuung geworden.

Das ist kein Wunder, denn wenn man die Chronik der letzten Jahre so durchblättert wird man festellen, dass die Wenningstedter alles andere als untätig waren. Bereits ein Jahr nach der Gründung nahm eine Abordnung an der Leistungsspangenabnahme in Niebüll teil. Zu dem Zeitpunkt zählten wir 36 Mitglieder. Durch die Teilnahme an den Aktivitäten anderer Inseljugendwehren, wie z.B. dem Jugendfeuerwehrball und Disco, konnten unsere Jugendlichen schnell den Kontakt zu anderen Mitgliedern finden und Kameradschaft untereinander pflegen.

Wenningstedt konnte sich in die Mitarbeit zwischen anderen Jugendfeuerwehren einbringen, und ich darf an dieser Stelle die gute Zusammenarbeit mit dem Kreisfeuerwehrverband, vor allem aber die hervorragende Zusammenarbeit mit den Inseljugendfeuerwehren loben.

Nur durch gute Koordination konnten auf der Insel die gemeinsamen Großübungen, sie zählen mittlerweile fest zum Jahresdienstplan, durchgeführt werden. Es macht der Wenningstedter Jugendfeuerwehr immer wieder Spaß an solchen Ernstfallsimulationen teil zu nehmen. 1997 und 2002 waren wir sogar selber Ausrichter einer solchen Großübung.  

In den 25 Jahren unseres Bestehens nahmen wir oft und immer erfolgreich an Leistungsspangenabnahmen teil. 1984 konnte sogar die dänische Leistungsspange erworben werden. Bei Wettkämpfen konnten unter anderem einige Pokale erkämpft werden.

Neben der Vermittlung theoretischem Fachwissen ist natürlich auch der Freizeitaspekt nie zu kurz gekommen. Waren wir in den Anfangsjahren noch auf die Spende eines Zeltes angewiesen, so konnten später weitere Zelte hinzugekauft werden, um gemeinsam auf Fahrten zu gehen. Dass diese das gewisse „I-Tüpfelchen“ bei der Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr sind und unter die Rubrik Highlights fallen, ist bekannt. Unter ausreichend Freizeit neben Theorie verstehen wir nicht nur, dass unsere Betreuer immer auf den gesunden Mix aus Übung, Sport und Spiel bei den Dienstabenden geachtet haben, sondern wir meinen auch Gruppenerlebnisse wie Grillen, Eis essen gehen, Besichtigungen, Weihnachtsfeiern oder bei Hermann Moto- Cross fahren.

Am Wichtigsten aber ist die Teilnahme an Aktivitäten im Ort. Hier haben wir in den letzten 25 Jahren viel getan und manchem eine Menge Arbeit abgenommen. Man bedenke, das alljährliche Einsammeln der Weihnachtsbäume und Buschwerk zur Biikezeit, oder das Leiten der Syltläufer durch Wenningstedt.

Fast solange wie es die Jugendfeuerwehr Wenningstedt gibt nehmen wir jährlich mit unserem Grillstand am Dorfteichfest und anderen Veranstaltungen teil, um unsere Jugendkasse aufzubessern. Wir sammelten aber auch Geld für Andere. Haben wir früher die DGzRS unterstützt, beteiligen wir uns auch am Projekt „Jugend Sammelt für Jugend“.

Wie die meisten Jugendgruppen haben auch wir Partnerwehren. Nach dem Fall der Mauer knüpften wir mit der Feuerwehr Baabe auf der Insel Rügen Kontakt. Es galt, dort eine eigene Jugendfeuerwehr zu gründen. Mit ausgemusterten Kleidungs- und Ausrüstungsgegenständen griffen wir den Baabern unter die Arme. Anlässlich ihres 5jährigen Bestehens 1998 überreichten der Wehrführer Peter Wolf mit einer Abordnung der Jugend und den Betreuern dort einen Wimpel, der auch noch am gleichen Abend nach guter Manier durch unsere Jugend „geklaut“ wurde. Die Deutschlandweit gültigen Regeln der „Unbewachten Wimpel“ wurden dabei beachtet. Für eine junge Wehr ist dies ein nützliches und bedeutsames Präsent, denn auch wir bekamen unseren Wimpel geschenkt. Eng verbunden sind wir noch mit der Jeugdbrandweer Hoorn in den Niederlanden.

Mit 26 Jungen sind wir 1979 gestartet, heute 2004 sind wir 7 Mädchen und 12 Jungen. Zwar war die Mitgliedsstärke immer befriedigend, doch waren auch Jahre dabei, in denen wir eine kleine gemütliche Runde waren. Das war bedingt durch Austritte aus der Jugendfeuerwehr oder Übertritte in den aktiven Dienst der freiwilligen Feuerwehr. Seit 1987 bilden wir auch, nach dem Einverständnis der Wehrführer Kampens und Wenningstedts, Jugendliche aus dem Nachbarort Kampen aus. Einen besonderen Mitgliedsschub haben wir auch der Sicherheitsübung 1991 mit Jugendlichen in der Norddörfer Grundschule, zu verdanken. Hiermit traten auch die ersten Mädchen in die Jugendfeuerwehr ein. 12 der 17 Neuzugänge in diesem Jahr waren Mädchen. 

Das ereignisreichste Jahr, vom Gründungsjahr Abgesehen, war 1998. Anfang des Jahres gab der dienstälteste Jugendfeuerwehrwart der Insel, Erwin Holst, das Amt an seinen langjährigen Ausbilder und Stellvertreter, Torsten Leißner, ab. Mit Torsten hat sich innerhalb eines Jahres einiges geändert, aufgrund des unterschiedlichen Ausbildungsstandes der Jugendlichen wurden diese in zwei Gruppen aufgeteilt und unterschiedliche Dienstzeiten eingeführt. Wegen der Zusammengehörigkeit und der Kameradschaft findet alle drei Wochen gemeinsamer Dienst statt. Der bis zum Jahre 2000 mit dem langjährigen Ausbilder und neuem Stellvertreter Hans Joachim Leideck die Jugendfeuerwehr erfolgreich weiterführte. In diesem Jahre trat Hans- Joachim Leideck aus dem Jugendfeuerwehrdienst aus persönlichen Gründen zurück. Als Ausbilder und neuer Stellvertreter folgten nun die ehemaligen Jugendfeuerwehrmitglieder Jan Kaysser und Lars Roth.

Es konnte ein originelles Feuerwehrmobil organisiert werden das von Torsten und Hans- Joachim in mühevoller Kleinarbeit restauriert wurde. Es handelt sich um ein Citroen 2CV, also einer Ente, die als Feuerwehrauto umfunktioniert wurde. Dieses Gefährt schafft es trotz seiner „Mini-Größe“ die Funktionen, eines Leiterwagens, Mannschaftswagens und Löschfahrzeuges, denn es verfügt über einen Wassertank und Schlauchmaterial, zu vereinigen. 

Im Juli 1999 wurde von uns anlässlich unseres 20-jährigen Jubiläums, ein dreitägiges Zeltlager an der Norddörferhalle durchgeführt und fuhren kurz darauf ins Kreiszeltlager nach Ostenfeld. Im gleichen Jahr wurde von der Jugendfeuerwehr aus eigenen Mitteln ein PKW-Anhänger angeschafft, der extra für die Bedürfnisse unserer Jugend angefertigt wurde.

Das Jahr 2000 war das traurigste Jahr in der Geschichte unserer Jugendfeuerwehr. Am 31.Oktober des Jahres hat uns durch einen tragischen Unfall unser ehemaliger Jugendfeuerwehrwart und Ehrenmitglied Erwin Holst für immer verlassen. Wir werden Erwin durch viele gemeinsame Erlebnisse und als guten Freund nie vergessen.

Vom Golfclub Wenningstedt-Braderup/Kampen wurde uns im Februar 2000 ein nicht mehr benötigter PKW-Anhänger für den Transport unseres Flori 1 übergeben. Der Wunsch nach Kapuzenpullis wurde uns von der Kurverwaltung Wenningstedt-Braderup erfüllt.

Vom 02. – 13.08.2000 fuhren wir zusammen mit der Jugendfeuerwehr Hörnum zu unserer befreundeten Feuerwehr nach Hoorn in Holland. Auch in diesem Jahr nahmen wir an       der Großübung teil, die von der  JF Sylt-Ost ausgerichtet wurde.

Auch im Jahre 2001 fuhren wir wieder mal nach Baabe auf Rügen, um am „Mönchgut-Pokal“ teil zu nehmen. Bei einer  Großübung der JF Westerland nahmen wir teil. Die Besonderheit dieser Übung am Schulzentrum war die Freistellung der Jugendlichen vom Unterricht, weil sie während des Schulbetriebes stattfand. Vom 31.07. – 09.08.2001 fuhren wir auf eine Freizeitfahrt an die Neustädter Bucht, wo wir unter anderem den Hansa-Park in Sierksdorf das Sea-Life Center in Timmendorf, die Indoor- Kartbahn auf Fehmarn und das Schiffshebewerk Scharnebeck besuchten. Zu den Höhepunkten gehörten allerdings die Flughafenfeuerwehr Hamburg und die Lifeshow der Hell- Drivers.

Die Marineversorgungsschule List übergab uns im Jahre 2001 einen nicht mehr benötigten Löschkarren. Der uns für die Ausbildung der jüngeren Kameraden auf Grund seiner kleineren Armaturen und Schläuche sehr zu Gute kommt. So folgte im Mai 2002 wieder die Fahrt zum Wettkampf nach Baabe auf die Insel Rügen. Weiterhin nahmen wir an einem 11-tägigen Zeltlager der JF Flecken Adelebsen an der Norddörferhalle teil. Danach fuhren wir auf eine 5-tägige Kanu-Tour nach Dänemark. Nach dem Dorfteichfest verbrachten wir einen Tag auf dem Hamburger DOM.

Auch im Jahr 2003 fuhren wir nach Baabe auf Rügen. Kurze Zeit später besuchten wir das 40-jährigen Jubiläums der JF Flecken Adelebsen ihr Zeltlager.  

Vom 02. – 12.07.03 nahmen wir am internationalen Zeltlager in Hoorn teil, wo wir unsere alljährliche Sommerfahrt anschlossen und auf einem nahe liegenden Campingplatz noch einige schöne Tage verbrachten. Zu den Highlights 2003 in Holland gehörten unter anderem

der Besuch im AJAX- Fußballstadion in Amsterdam
Grachtenfahrt durch Amsterdam
Besuch bei einer Holzschuhmacherei
dem Bäckereimuseum in Medemblik
die Besichtigungen der neuen Brandwachen der FF-  Hoorn und Enkhuizen

In diesem Jahr machten wir nach dem Dorfteichfest einen Tagesausflug nach Dänemark in das Sommerland-Syd.